3. Einflussgrößen und Störfaktoren mit Bedeutung in der Präanalytik

3.1 Einflussgrößen

Einflussgrößen können im Körper des Patienten (in vivo) die Konzentration, Aktivität oder Beschaffenheit des zu bestimmenden Analyten verändern, wobei ihr Einfluss unabhängig von derSpezifität des jeweiligen angewandten Analyseverfahrens ist.

Einflussgrößen labormedizinischer Untersuchungen

Nicht beeinflussbarBeeinflussbar
PermanentGeschlecht,
Rasse,
angeborene Störungen.
LangfristigLebensalter,
sozialer Status.
Klima,
Geografie.
Krankheiten,
Defekte.
Arzneimittel.
Körpergewicht.
Lebensgewohnheiten.
berufliche Exposition.
KurzfristigKrankheiten.
Arzneimittel.
Menstruation.
Schwangerschaft,
Stillzeit
Nahrungsaufnahme,
Genussmittel.
Körperlage (Orthostase).
körperliche Belastung,
Stressoperative Eingriffe.

3.2 Störfaktoren

Störfaktoren wirken außerhalb des Körpers (in vitro) nach Entnahme einer Probe.
Beispiele für diese Beeinflussung verschiedener Analyte durch Hämolyse, Lipämie od. Ikterus

AnalytHämolyseLipämieIkterus
ALAT (GPT)xx
Alkalische Phosphatase (AP)x
Ammoniakx
ASAT (GOT)xx
Bilirubinxx
CK, CK-MBx
Gamma-GTxx
GLDHx
Harnsäurex
Harnstoffx
HBDHx
Kaliumx
Kreatininx
LDHx
Magnesiumx
Phosphat, anorg.x

Störfaktoren können z. B. durch Fehler bei der Probengewinnung oder durch Verunreinigung der Probeauftreten. Man unterscheidet zwei Gruppen von Störfaktoren:

  • Methodenunabhängige Störfaktoren führen zu falschen Messergebnissen, ohne dass dasAnalyseverfahren beeinflusst wird (z. B. Kalium oder LDH im Serum in Folge von Hämolyse).
  • Methodenabhängige Störfaktoren stören die Messmethode, wobei falsche Messwerte erhaltenwerden, die nicht der wahren Konzentration des Analyten entsprechen.Solche Störfaktoren können körpereigen (z. B. Hämoglobin, Bilirubin, Lipide, Paraproteine inerhöhter Konzentration) oder körperfremd (z. B. Antikoagulanzien, wie EDTA, Citrat od. Heparinoder Kontamination mit Schwermetallen, Bakterien oder Pilzen) sein.