2. Gewinnung von Untersuchungsmaterial

2.1 Definitionen

2.1 Definitionen

Untersuchungsmaterial (engl. specimen) ist das ursprünglich gewonnene biologische Material. Es ist nicht in jedem Fall mit dem Prüfmaterial identisch. Unter Prüfmaterial (engl. sample) versteht man speziell aufbereitetes Untersuchungsmaterial (z. B. durch Zentrifugation gewonnenes Serum oder Plasma).
Venenblut ist in der Regel das Spezimen der Wahl. Kapillarblut wird am häufigsten für die Schnelldiagnostik mit Teststreifen bzw. Point of Care-Geräten verwendet.

2.2 Entnahmeberechtigte

2.2 Entnahmeberechtigte

Die Blutentnahme wird durch den Arzt oder eine von ihm autorisierte Person (z. B. Arzthelferin, Medizinische Fachangestellte, Schwester) vorgenommen und in einem Entnahmebuch dokumentiert (Arzt-Patienten-Nummer, Name, Geburtsdatum, angeforderte Laboruntersuchungen, Kürzel der Entnahmeperson).
Bei der Blutentnahme ist auf das Tragen von entsprechender Schutzkleidung (Handschuhe, Kittel) und die Einhaltung der nötigen Hygienemaßnahmen zu achten. Vor der Blutentnahme ist jeweils eine Händedesinfektion vorzunehmen.

2.3 Vorbereitung des Entnahmematerials

2.3 Vorbereitung des Entnahmematerials

Im Labor 28 besteht die Wahl zwischen zwei kommerziellen Entnahmesystemen (Monovetten® / Sarstedt, Aspirationstechnik und Vacutainer® / Becton Dickinson, Vakuumtechnik).
Welche Röhrchen für die jeweiligen Untersuchungen zu verwenden sind, ist dem Leistungsverzeichnis zu entnehmen oder ggf. telefonisch im Labor zu erfragen. Entsprechend der angeforderten Untersuchungen wird eine ausreichende Anzahl an Röhrchen mit den unterschiedlichen Zusätzen bereitgestellt und eindeutig gekennzeichnet (siehe auch Kap. 4.5ff Entnahmematerialien). Für Medikamentenuntersuchungen wird empfohlen, keine Blutentnahmeröhrchen mit Gel-Separatoren zu verwenden.

2.4 Entnahmeort

2.4 Entnahmeort

Das Venenblut wird wegen der geringeren Schmerzempfindlichkeit möglichst aus einer großen Veneder Ellenbeuge (Vena cubitalis, evtl. Vena cephalica od. Vena basilica) entnommen. Die Punktionkleinerer Venen führt eher zum Venenkollaps. Weitere Möglichkeiten der Venenpunktion bestehen amUnterarm, am Handgelenk, am Handrücken, dem Knöcheldes Daumens oder Zeigefingers, amOberarm, den Knöcheln der Füße oder an den Beinen.

2.5 Entnahmereihenfolge

2.5 Entnahmereihenfolge

Empfohlene Reihenfolge zur Gewinnung von Blutproben:

ReihenfolgeSarstedt Monovetten®BD Vacutainer®
1. Blutkultur
2. Nativblut (Serum)ocker ocker
3. Citratblutgrünhellblau
4. Heparinblutorangegrün
5. EDTA-Blutrotlila
6. NaF-Blutgelbgrau

Das Gerinnungsröhrchen sollte nie am Anfang stehen,weil das erste Röhrchen zwangsläufig mitGewebesaft aus der Punktionsstelle verunreinigt ist. Zur Vermeidung von Kontaminationen werden dieRöhrchen mit Zusätzen (Additiven) nach den Nativröhrchen (ohne Zusätze) gefüllt. Der Einfluss vonKreuzkontaminationen unter Additiven ist bei der oben beschriebenen Reihenfolge am geringsten.

2.6 Blutentnahme und tageszeitliche Schwankungen (zirkadianer Rhythmus)

2.6 Blutentnahme und tageszeitliche Schwankungen (zirkadianer Rhythmus)

Die Blutentnahme soll, insbesondere zur Verlaufsbeurteilung, möglichst immer zur gleichen Tageszeit (im Idealfall zwischen 7.00 und 8.00 Uhr morgens) nach einer Nahrungskarenz von 12-14 Std.erfolgen. Die Entnahme muss im medikamentenfreien Intervall durchgeführt werden, also vor der nächsten Morgenmedikation.

2.7 Durchführung der venösen Blutentnahme

2.7 Durchführung der venösen Blutentnahme

  • Entnahme im Sitzen (der Patient sollte vor der Blutentnahme mindestens zwei Minuten zur Ruhekommen). Eine Entnahme in Rückenlage ist prinzipiell möglich, führt aber aufgrund der Plasmavolumenverschiebung zu bis zu 15 % niedrigeren Werten.
  • Arm gerade ausgestreckt auf einer festen Unterlage (Staukissen) lagern.
  • Bestimmung der Punktionsstelle.
  • Staubinde handbreit herzwärts der vorgesehenen Einstichstelle anlegen.
  • Desinfektion des entsprechenden Hautareals (sichtbar benetzen, einwirken lassen).
  • Stauen (möglichst nicht länger als eine Minute; der Puls muss noch tastbar sein).
  • Entfernen der Schutzhülle über der Kanüle (die Schliffseite der Kanüle ist nach oben zu richten).
  • Den Patienten auf den bevorstehenden Einstich aufmerksam machen.
  • Einstichwinkel unter 30°; die Haut wird gegen dieStichrichtung gespannt.
  • Entstauen, sobald Blut fließt.
  • Wenn das gewünschte Blutvolumen erreicht ist, denTupfer unmittelbar oberhalb der Einstichstelleauf die Vene pressen und Kanüle rasch zurückziehen. Der Patient soll mindestens drei Minutenpressen, dabei den Arm nicht beugen!
  • Entsorgung der Kanüle in einen Sicherheitsbehälter.
  • Bei Röhrchen mit einem flüssigen Zusatz (Antikoagulans) ist das vorgegebeneMischungsverhältnis unbedingt einzuhalten; nach derEntnahme Röhrchen sofort mehrmalssorgfältig schwenken.
  • Einstichstelle mit Pflaster versehen.

Besonderheiten: Alkoholische Desinfektionsmittel müssen bei der Bestimmung von Aethylalkohol (Blutalkohol)vermieden werden.

2.8 Häufige Fehlerquellen bei der Blutentnahme

2.8 Häufige Fehlerquellen bei der Blutentnahme

„Pumpen“ mit der Faust führt zu einem beträchtlichen Kalium-Anstieg und ist deshalb zu vermeiden. Hämolyse kann durch angemessene Stauung und vorsichtiges Aufziehen vermieden werden (Röhrchen nach Entnahme schwenken und nicht schütteln). Eine lange Stauung (> 60 Sek.) verursacht Hämokonzentration und ergibt falsch hohe Werte von Serumproteinen, Zellzahlen usw. (eine 10-minütige Stauung kann z. B. zur Erhöhung der Werteum 20 % bei Proteinen, Lipiden, Enzymen, Bilirubin, Eisen und Calcium führen!). Häufig wird nicht darauf geachtet, dass für Medikamentenspiegel die Entnahme vor der nächsten Dosis erfolgen sollte. Dies gilt auch für die Bestimmung von FT4 bei Therapie mit Schilddrüsenhormonen.

2.9 Entnahme von Blutkulturen

2.9 Entnahme von Blutkulturen

  • In der klinischen Praxis wird empfohlen, Blutkulturen unmittelbar bei Auftreten einer auf eine Sepsis hindeutenden klinischen Symptomatik zu entnehmen.
  • Die Entnahme mehrerer Blutkulturen über einen Zeitraum von einigen Stunden ist insbesondere bei Verdacht auf Endokarditis sinnvoll.
  • Die Entnahme von Blutkulturen sollte unbedingt vor Beginn einer antibiotischen Therapie erfolgen.
  • Hygienische Händedesinfektion (mind. 30 Sek.)
  • Punktionsstelle sorgfältig desinfizieren (die Entnahme von Blutkulturen ist besonderes empfindlich in Bezug auf Kontamination durch die Hände der Entnahmeperson).
  • Nach Desinfektion des Durchstichstopfens werden die beiden Blutkulturflaschen (aerob undanaerob) mit jeweils 8-10 ml Blut beimpft (bzw. 4-5ml bei Kindern).
  • Blutkulturflaschen auf dem schnellsten Weg ins Labor transportieren (bis zum Transport beiRaumtemperatur aufbewahren).

2.10 Entnahme von Kapillarblut

2.10 Entnahme von Kapillarblut

Die Gewinnung von Kapillarblut ist z. B. zur Glukose-Kontrolle bei Patienten mit Diabetes mellitus indiziert (Hinweis: die Glukosekonzentration im Kapillarblut ist höher als im Venenblut).

  • Gut durchblutete Entnahmestelle auswählen, z. B. seitlich an der Fingerkuppe (in der Regel Ringfinger) oder Ohrläppchen (unempfindlich, aber schlechter durchblutet).
  • Desinfektion der Punktionsstelle.
  • Durch Druck Haut anspannen; kurzer, tiefer Einstich mit der Lanzette.
  • Lanzette in Sicherheitsbehälter entsorgen.
  • Den ersten Tropfen Blut mit sterilem Tupfer abwischen (enthält Gewebesaft).
  • Das Blut muss ohne starkes Quetschen von selbst fließen und große Tropfen bilden.
  • Die Kapillare waagerecht in den Bluttropfen haltenund alleine füllen lassen (dabei müssen Luftblasen und eventuelle außen an der Kapillare haftende Bluttropfen vermieden werden).
  • Haut mit Tupfer reinigen; Blutstillung evtl. durchKompression mit Tupfer.
  • Einstichstelle mit Pflaster versehen.

2.11 Untersuchungsmaterial Stuhl

2.11 Untersuchungsmaterial Stuhl

Mit Probenlöffel ca. 2 g Stuhl (haselnussgroße Portion) aufnehmen und in einem gut verschlossenenProbengefäß einsenden (bei flüssigem Stuhl 3–5 ml Probe; Untersuchung auf Pankreas-Elastasemöglichst nicht aus wässrigem Stuhl).

Die mikrobiologischen Untersuchungen richten sich nach Ihrem Untersuchungsauftrag.

Anforderung Durchgeführte Untersuchungen
Stuhl auf TPER
  • Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, Yersinien
Stuhl auf pathogene Keime
  • Salmonellen, Shigellen, Campylobacter,Yersinien,EHEC und Noroviren
bei Kindern < 6 Jahren
  • zusätzlich Rotaviren, Adenoviren und Noroviren
bei Kindern < 1 Jahr
  • zusätzlich Dyspepsie coli
Stuhl auf Viren
  • Rotaviren, Adenoviren, Noroviren
Stuhl auf Pilze
  • Spross- und Schimmelpilze
Stuhl auf Parasiten
  • Lamblien und Amöben* (EIA, Mikroskopie),Wurmeier
Die o. g. sowie folgendeUntersuchungen sind jeweilsauch als Einzelanforderungenmöglich
  • Clostridium difficile Toxin A+B
  • Cryptosporidien
  • EHEC
  • Dyspepsie coli Helicobacter pylori-Antigen
  • Dysbiose

 

*Für den enzymimmunologischen Nachweis (EIA) von Amöben und Lamblien eignen sich auch gelagerte Stuhlproben. Für den mikroskopischen Nachweis von Amöben-Trophozoiten werden frische (körperwarme) Stuhlproben benötigt.

2.12 Untersuchungsmaterial Urin

2.12 Untersuchungsmaterial Urin

Spontanurin (Gewinnung im Urinbecher, Versand möglichst in einer Urin-Monovette®)

  • a) Erster Morgenurin (Morgenurin nach nächtlicher Bettruhe von 8 Std., der Patient sollte nichts trinken)
    Analyte:
    Urinsediment (Analyse innerhalb von 2-4 Std.; Probe bis zum Transport kühlen) Urinkultur (Probe bis zum Transport kühlen) Knochenresorptionsmarker (Crosslinks: Desoxypyridinolin, Pyridinolin)
  • b) Zweiter Morgenurin (singuläre Urinprobe, die 2-4 Std. nach der ersten Morgenurin-Probe gewonnen wurde)
    Analyte:
    quantitative Bestimmungen bezogen auf Kreatinin i. U., wie z. B. die Proteinurie- Diagnostik (Gesamteiweiß, Albumin, IgG, α1-Mikroglobulin)Urinstatus, Urinsediment (Analyse innerhalb von 2-4 Std.; Probe bis zum Transport kühlen)
  • c) Tageszeitunabhängiger Spontanurin
    Analyte:
    DrogenscreeningImmunfixation
  • d) Präanalytisch besonders empfindliche Urinuntersuchungen
    Analyte:
    Dysmorphe Erythrozyten (Spontanurin-Gewinnung im Labor nach tel. Anmeldung) Trichomonaden (Spontanurin-Gewinnung im Labor)

24 Std.-Sammelurin
Eine Sammelperiode beginntam ersten Tag nach dem ersten Morgenurin und endet am zweiten Tag mit dem ersten Morgenurin. Den Urin während der Sammelperiode kühl lagern!

Bitte instruieren Sie Ihre Patienten folgendermaßen für die Sammlung:

  1. Etwas weniger trinken als üblich, insbesondere auf Alkohol und Koffein verzichten.
  2. Nach dem Aufstehen (z. B. 7:00 Uhr) Blase vollständig in die Toilette entleeren; Uhrzeit notieren.
  3. Danach sämtliche Urinproben (auch bei Stuhlgang) einschließlich des Nachturins am nächsten Morgen (z. B. 7:00 Uhr) in das Sammelgefäß geben. Die letzte Sammlung endet zur gleichen Uhrzeit wie am Beginn des Vortages. Die Blase entleeren, auch ohne dringendes Bedürfnis, und diese letzte Urinportion auffangen.
  4. Die gesamte Urinmenge so schnell wie möglich in die Arztpraxis bringen.

In der Arztpraxis muss die Sammelmenge abgelesen und auf dem Anforderungsschein dokumentiert werden. Urinsammelbehälter über Kopf schwenken und mittels Urin-Monovette® die erforderliche Analysenmenge (meist 10-20 ml) zum Transport abfüllen.
Analyte:
Katecholamine, 5-HIES (über Säure gesammelt*) Porphyrine (lichtgeschützt gesammelt) Calcium, Magnesium, Phosphat

*detaillierte, insbesondere diätetische Hinweise entnehmen Sie bitte dem Leistungsverzeichnis und dem entsprechenden Merkblatt

Uringewinnung zur mikrobiologischen Diagnostik

  • a) Mittelstrahlurin (nach Waschung des Genitals erste Urinportion des Morgenurins insToilettenbecken laufen lassen und ohne Unterbrechung des Harnstrahls die mittlere Portion ineinem Urinbecher auffangen; steht kein Morgenurin zur Verfügung, so sollte eine Urinprobe miteiner Blasenverweildauer von mind. 3 Std. eingeschickt werden)
    Analyt:
    Urinkultur

Hinweis: Ist kein zeitnaher Versand möglich, so kann ein beidseitig durch Eintauchen oderÜbergießen vollständig benetzter Tauchnährboden (Uricult®) eingesandt werden, der über Nacht inder Arztpraxis bebrütet oder bei Raumtemperatur gelagert wurde. Die Bestimmung antibakteriellerSubstanzen (Hemmstofftest) ist aus diesem Untersuchungsmaterial allerdings nicht möglich.

  • b) Erster Spontanurin (lediglich die erste Urinportion auffangen)
    Analyt:
    Chlamydia trachomatis, Tbc

2.13 Untersuchungsmaterial Liquor (Cerebrospinalflüssigkeit)

2.13 Untersuchungsmaterial Liquor (Cerebrospinalflüssigkeit)

Siehe auch LaborInfo 141

Je nach Fragestellung bitte entsprechende Liquormengen und Röhrchenanzahl bereitstellen (Röhrchenin der Reihenfolge der Entnahme beschriften und Entnahmezeitpunkt vermerken).

Erstes Röhrchen:
Ca. 1-2 ml Liquor zur Zellzahlbestimmung. Liquor fürZellzahl/ Differenzierungsollte innerhalb von 2 Std. nach Entnahme untersucht werden.

Zweites Röhrchen:
Mindestens weitere 3 ml Liquor im sterilen Plastikröhrchen (Polypropylen) für diein unserem Labor sehr häufige Kombinationsuntersuchung:Zellzahl, Glukose- undLaktatbestimmung, Reiber-Diagramm, Borrelien-, Masern-, HSV- und VZV-Antikörper sowie Oligoklonale IgG-Banden. Für die zusätzliche Demenzdiagnostik ist 1 ml Liquor erforderlich.

Ggf. weitere Röhrchen:
Artefizielle Blutbeimengungen wirken verfälschend. In diesem Fall sollte der Liquor in drei Röhrchen aufgefangen werden, so dass das dritte Röhrchen evtl. ohne Beimengung ist. Liquor zur Bakterien-Anzuchtsollte vor Antibiotikagabe in einem sterilen Röhrchen gewonnen werden und muss zügig möglichst bei 37 °C ins Labortransportiert werden, da Meningo- und Pneumokokken sehr schnell absterben. Alternativ kann für die Anzucht zusätzlich zu nativem Liquor eine Blutkulturflasche beimpft werden.

Serum-Monovette®:
Grundsätzlich sollten Liquor und Serum für vergleichende Parallel-Untersuchungen (Reiber- Diagrammund/oder Berechnung des Antikörper-Index) zeitnah, idealerweise zeitgleich, gewonnen werden.

2.14 Untersuchungsmaterial Synovialflüssigkeit (Gelenkpunktat)

2.14 Untersuchungsmaterial Synovialflüssigkeit (Gelenkpunktat)

  • Untersuchung auf Erreger und Resistenz (Portagerm®-Röhrchen).
    Bei kleiner Untersuchungsmenge Tupferabstrich in Transportmedium einsenden. Falls sofortige Gramfärbung gewünscht, bitte separat auf dem Überweisungsschein vermerken. „Eilt-Aufkleber“ auf Material und Überweisungsschein, falls das Ergebnis des Grampräparates taggleich mitgeteilt werden soll.
  • Zellzahl und Differenzialzellzählung, Gesamteiweiß, LDH, Harnsäure, RF: Punktat sofort in Heparin-Röhrchen überführen!
  • Kristalle, Rhagozyten: Punktat in ein Röhrchen ohne Zusatz überführen! Alle Röhrchen mit dem Barcode für sonstige Materialien („Sonstige“) versehen. Lagerung aller Röhrchen bei Raumtemperatur! Taggleicher Transport ins Labor.

2.15 Lagerung und Transport von mikrobiologischen Materialien

2.15 Lagerung und Transport von mikrobiologischen Materialien

Untersuchungsergebnisse mikrobiologischer Proben (z. B. Urin, Stuhlproben, Abstriche etc.) sind neben der Auswahl des geeigneten Probenmaterials im Wesentlichen von der Einhaltung präanalytischer Bedingungen abhängig.Um die Erreger vor Überwucherung, Austrocknung und Absterben zu schützen, muss das Material innerhalb kürzester Zeit im Labor verarbeitet werden. Sollte der Transport innerhalb von 2-3 Std. nicht möglich sein, so gelten die unten angegebenen Aufbewahrungsbedingungen für mikrobiologische Standarduntersuchungen für höchstens 24 Stunden.

Aufbewahrungvon mikrobiologischen Proben in der Praxis (Probenentnahme sollte stets am Tag des Labortransports erfolgen)
Kühlschrank
(4-8 °C)
Lavage, Sputum, Trachealsekret, Urin
Raumtemperatur (22-25 °C)Abstriche, Blutkulturen, Ejakulate, Gewebe, Katheterspitzen, Liquor,Punktate, Stuhl, etc.
Brutschrank
(bzw. vor Abkühlung schützen)
Helicobacter-Bioptate

Abstrichtupfer zum molekularbiologischen Nachweis von Chlamydien, Gonokokken, HPV, Pertussis, HSV und VZV sollten bis zum Transport im Kühlschrank gelagert werden. Bei spezieller Fragestellung (z. B.Tbc) möchten wir Sie bitten, vor der Materialabnahme ggf. die entsprechenden Details zuerfragen.

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